Kirsten Biema

Brainfood

Darum soll es gehen

Für mich ist lebenslanges Lernen schon immer ein wichtiger Bestandteil meiner persönlichen Weiterentwicklung gewesen. Umso mehr begeistert es mich, dass wir heute auf nahezu jedes Wissen zurückgreifen können - ein Klick und der richtige Suchbegriff bei Google & Co. und die unendliche Datenbank öffnet sich. Für mich ist das jedes Mal ein Wunder, welche Möglichkeiten uns heute damit offenstehen. Auf der anderen Seite bin ich aber auch dankbar und demütig über diesen Schatz. Denn ich bin mir durchaus bewusst, dass diese Zugriffsmöglichkeit ein Privileg bedeutet, welches nicht jedem Menschen auf diesem Planeten gegeben ist. Von daher erschreckt und erstaunt es mich immer wieder, wie fahrlässig viele Menschen und Unternehmen mit diesen Möglichkeiten umgehen.


 

“Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.”

Dieses wunderbare Zitat stammt von Albert Einstein und gehört zu meinen liebsten Aussagen über das menschliche Denken und Handeln. Viel zu früh wird uns - oftmals schon in der Schule - der Hunger nach Wissen genommen - man lernt nur für die nächste Prüfung, für die nächste Klausur.


Denke ich an meine eigene Schulzeit zurück, so hatte ich damals ein sehr gespaltenes Verhältnis zum Thema "Lernen". Als junge Schülerin wollte ich immer mehr wissen und habe viele Fragen gestellt. Während meiner Grundschulzeit wurde dies auch noch von den Lehrern unterstützt. Doch in der Mittelstufe kam dann der Einbruch. Die Lehrer haben sich immer weniger für uns Schüler interessiert, und mir machten sie sehr deutlich klar, dass meine Fragen nicht erwünscht waren.


Für mich mündete das damals in eine große Frustration, und ab diesem Moment habe auch ich nur noch für die nächste Klausur oder die nächste Prüfung gelernt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch noch einige Jahre nach dem Abitur mit nur sehr gemischten Gefühlen ein Fachbuch in die Hand genommen. Mit Rückblick bin ich fassungslos, welche Wirkung sich damals bei mir entfaltet hat. Doch vermutlich bin ich mit meinen Erfahrungen nicht alleine.


Noch heute begegnen mir Menschen - sei es im Coaching, Workshops oder der Beratung -, für die das Thema "Lernen" auch heute noch mit schlechten Gefühlen, Frustration und Bestrafung verbunden ist. Ist das nicht eine fürchterliche Entwicklung? Sollte man sich an der Stelle nicht nachhaltig fragen, wie wir unseren Kindern und nachfolgenden Generationen hier eine bessere Grundlage schaffen können? 



Heute bin ich eine vehemente Verfechterin der eigenen Verantwortung und der eigenen Motivation und damit, immer einen Schritt weiter zu gehen. Wir dürfen nicht aufgeben, wenn wir etwas nicht verstehen und müssen gerade dann in die Tiefe gehen und den eigenen Weg der optimalen Wissensaufnahme und Wissensverarbeitung finden.


Es vergeht bei mir kein Tag, an dem ich mich nicht mit einem fachlichen Thema beschäftige. Und heute habe ich soviel mehr Möglichkeiten!!! Es gibt Bücher, Hörbücher, Podcasts, Videos, Onlineseminare, Blogs und vieles mehr. Und jeden Tag kommen so neue Erkenntnisse, Ansätze, aber auch Denkmuster hinzu. 



Lernen ist die wunderbarste Wertschätzung,

die man seinem eigenen Leben zeigen kann.



In Unternehmen werde ich oft gefragt, was das richtige Weiterbildungsprogramm ist oder welchen Lernweg ich empfehle. Diese Fragen sind zwar verständlich, stammen aber oftmals noch aus einer Zeit, in der versucht wurde, alles in gradlinige Bahnen zu pressen und die Wissensvermittlung einheitlich zu gestalten. 


Unternehmen sollten sich dem Thema heute ganzheitlich nähern. Sie müssen verstehen, dass sich auch hier die Zeiten verändert haben. Menschen lernen unterschiedlich, und Wissen ist zum einen vergänglich und zum anderen ändern sich die Ansprüche an Fachwissen fast täglich. Lang angelegte Lernpfade funktionieren heute nur noch für ganz bestimmte Arbeitsbereiche. Frag doch mal in Deinem Bekannten- oder Kollegenkreis, ob er oder sie heute noch das macht, was ursprünglich gelernt wurde. Noch vor ein oder zwei Jahrzehnten galt man auf dem Arbeitsmarkt als Exot, wenn man beruflich neue und andere Wege eingeschlagen hat. Heute gehört genau das zur täglichen Anforderung.


Wenn Du heute in einem Unternehmen für eine bestimmte Position mit einer bestimmten Qualifikation eingestellt wirst, heißt das nicht, dass Du auch noch in einem Jahr an dieser Stelle sitzt. Durch die technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen verändern sich auch die Ansprüche an die Mitarbeiter und die Unternehmensstrukturen. Diese neuen Anforderungen führen gerade im Bereich der Unternehmens- und Personalentwicklung zu ganz neuen Entwicklungen. 


New Ways of Learning | eLearning | Digital Education Management | Lernwelten |



 Blended Learning | On the Job Learning ...



Im Rahmen dieser Blogreihe "Brainfood" möchte ich unterschiedliche Wege aufzeigen, Lerntypen erklären, Lernwelten beispielhaft entwickeln und natürlich auch über Bücher, Podcasts oder auch Seminare sprechen, die mich persönlich begeistert haben.  Du darfst also gespannt sein. Ich kann schon mal soviel sagen, in meinem digitalen und analogen Bücherregal stehen sehr viele gute Bücher.

Wir schlagen ein neues Kapitel auf


Den Start möchte ich einem "Standardwerk" widmen.  Das Buch "Theorie U - von C. Otto Scharmer" gehört für mich auf jeden Schreibtisch und in jeden Kopf. Er setzt mit seinem Buch genau dort an, wo das Zitat von Albert Einstein geendet ist. 


Gerade das Thema "Führung" muss in Unternehmen dringend überdacht und von den Führungskräften überarbeitet werden. Viele Jahre waren die bisherigen Praktiken und Techniken gewünscht und oftmals auch erfolgreich. Doch die Zeiten haben sich geändert. Führung ist heute nicht mehr nur eine Frage der Hierarchie oder des Alters - Führung ist eine menschliche Fähigkeit, dass Beste in anderen zu sehen und sie entsprechend zu fördern. 


Mich hat dieses Buch über die "neue Führung" sehr begeistert. Scharmer hat den gewohnten Pfad der klassisch wissenschaftlichen Aufarbeitung für seine Recherche verlassen und ist dorthin gegangen, wo die Menschen sind. 


“Du musst das Wesen der Geburt achten. Manchmal müssen wir einfach warten. Wir wollen oft nach der Geburtszange greifen, aber es ist normalerweise besser, das Wesen der Geburt zu erkennen und zu achten.”

Diese Aussage stammt von einer Hebamme und ist während seiner Recherche für das Buch entstanden. Für mich ist das eine wunderbare Metapher, die auch auf die Unternehmenswelt ideal passt. 

Mein erster Buchvorschlag für neues Führen

#1st Rated

"In einer Welt, in der wir täglich mit Informationen überhäuft werden, kommt es gelegentlich vor, dass uns jemand mit einer neuen, originellen Idee beglückt, wie wir diese komplexe Welt wahrnehmen, über sie nachdenken und mit ihr umgehen können. Otto Scharmers Buch zeigt Wege auf, wie man sein Denken, seine Gefühle und sein Bestreben gegenüber neuen Erfahrungen und gegenseitigem Verständnis öffnen kann. " [Edgar Schein, MIT Sloan School of Management]



>

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst Du sich damit einverstanden.

Schließen