iSynergy

Hört auf mit dem „Fake Change“

Hört auf mit dem „Fake Change

Wer kennt das nicht. Irgendwo taucht ein neues Modethema auf und alle springen auf. In den 90gern war es die Motivationsmethode “Fish”, um die Jahrtausendwende NLP und nun sind es die Schlagworte rund um New Work – und im Grunde handelt sich dabei nur um einen “Fake Change”. Eine neue Chefetage übernimmt die Führung im Unternehmen oder nach einer Umstrukturierung soll plötzlich alles anders werden. Das kann funktionieren, tut es jedoch in den meisten Fällen nicht. Denn notwendig dafür ist jedoch der Wille, die Bereitschaft und ein neues Mindset die Änderungen wirklich angehen zu wollen.

Viel zu oft wird im Beraterleben von der sogenannten Umsetzung gesprochen. Dabei ist nicht die Umsetzung der entscheidende Schritt, sondern die gemeinsame (mit dem Team, der Geschäftsführung, dem Management, dem einzelnen Mitarbeiter) Erarbeitung folgender Kernpunkte:

  1. Wer wollen wir sein?
  2. Wie wollen wir sein?
  3. Warum wollen wir sein?

Und erst danach geht es an die Fragen:

  1. Was wollen wir machen?
  2. Wer sind unsere Kunden?
  3. Welchen Mehrwert | welche Lösung bieten wir an?

Was aktuell in vielen Firmen passiert ist das Herumwirbeln von tollen Buzzwords der neuen Welt. Ohne Punkt und Komma wird von Design Thinking, Purpose, Scrum, Agilität, Employee Value Präposition und People Culture etc. gesprochen, ohne oftmals wirklich zu wissen, was sich hinter all diesen Begriffen und Ansätzen verbirgt und vor allem was sie für die Arbeit und das Unternehmen in letzter Konsequenz bedeuten. Der Change ist nicht durch die Architektur oder die Prozesse beendet. Der wahre Change passiert in den Köpfen und dem Verhalten.

 

So werden nicht selten Entscheidungen über Softwarelösungen, Kommunikationsplattformen oder die Bürogestaltung in der Annahme getroffen, dass damit der Prozess der digitalen Transformation abgeschlossen ist.

 

Was nutzt es den aktuellen Workshopraum in einen Innovationshub zu verändern, wenn man keine wirkliche Fehlerkultur im Unternehmen etabliert hat?

Warum integriert man ein digitales Programm für die Personalarbeit, wenn man dieses nur für die Ablage der Personalakten nutzt?

Was bringt die Einführung eines „Digital Education Managers“, wenn ein Schulungsplan einmal im Jahr starr geschrieben wird und neue Medien im Unternehmen nicht gewünscht sind?

Warum werden agiles Teams benannt, wenn auf der anderen Seite an hierarchischen Strukturen festgehalten wird?

 

Dann spricht man wohl vom „alten Wein in neuen Schläuchen.“

 

Die Liste der paradoxen und widersprüchlichen Entscheidungen kann hier vermutlich fast unendlich weitergeführt werden. Nur bringt uns das im Sinne von New Work nicht weiter. Im Gegenteil. Es sorgt wieder nur für Vertrauensverlust, Resignation und noch mehr “inneren Kündigungen”.

Ein halbherziges Herangehen an das Thema wird die Unternehmen viel Geld kosten. Denn die Mitarbeiter werden mündiger und fordern die wahren Werte. Sie möchten das „Why“ verstehen und die Möglichkeit bekommen, Dinge auszuprobieren. Aber auch das Halten von guten Mitarbeitern wird dadurch von Tag zu Tag schwerer. Und nicht erst, seit Anfang März 2019 wo google jobs, auch auf den deutschen Markt gekommen ist.  Durch diesen neuen Algorithmus im Recruiting gute Kandidaten auf ein spannendes Jobprofil aufmerksam werden, ohne aktiv auf der Suche zu sein.

Solange in den Köpfen nicht endlich der disruptive Schalter umgelegt wird, wird es nicht nur schwer für die einzelnen Unternehmen, sondern auch schwer für den Wirtschaftsstandort Deutschland. 

Ich kenne Unternehmen, da wird noch immer unnachgiebig an dem klassischen Beschäftigungsmodell der Präsenz Arbeitsplätze festgehalten, obwohl auf der anderen Seite ein Bewerbermangel zu beklagen ist. Aus meiner Sicht wäre hier der Schritt zu dürfen, für welche Aufgaben welches Arbeitsplatzmodell geeignet ist. Um danach den Rahmen hierfür zu schaffen.

 

Doch lieber gehen Unternehmen nach dem „Entweder-Oder-Prinzip“ vor.

 

Und lassen dabei auch die nicht unerhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung durch das permanente Pendeln zum Arbeitsplatz komplett außer Acht.

Wieder andere Unternehmen springen auf jedes Pferd auf, welches ihnen tolle neue Begriffe, Tools und Ansätze verspricht. Die Mitarbeiter kommen nicht mehr hinterher und wissen oft gar nicht mehr, warum Sachen überhaupt gemacht werden. Eine solche Entwicklung ist genauso schädlich wie das unnachgiebige Festhalten an der „alten“ Arbeitswelt.

Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Doch einen goldenen Weg wird es nie geben. Jedes Unternehmen muss für sich selber die drei „W-Fragen“ beantworten und dann gemeinsam mit den Mitarbeitern entscheiden, wie Prozesse im Unternehmen zu gestalten sind, welche Wege der Kommunikation man nutzen möchte und diese dann auch umsetzen.

>

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst Du sich damit einverstanden.

Schließen